Essen im Dunklen
Kerzenlicht, ein mit Silberbesteck und Kristallgläsern schön gedeckter Tisch, vielleicht noch dekoriert mit buntem Schnickschnack, dass Essen gekonnt angerichtet, garniert und fein verziert. Auf all diese optischen Reize muss verzichten, wer Mautner's Nachtmahl in Wiens erstem Dunkelrestaurant einnimmt.
Schmecken und Riechen
"Man merkt, dass man viel mehr Sinne hat, als das Sehen. Das Essen im Dunkeln ist eine Symbiose aus Schmecken, Riechen, Tasten und Hören", schildert Mautner's Geschäftsführerin Josefine Gansbauer das ungewöhnliche kulinarische Erlebnis.
Das "Nachtmahl" wird in einer alten Lagerhalle in Wien-Simmering serviert. Es gibt keine Fenster, kein Restlicht. Handys, Uhren mit Leuchtziffern und Feuerzeuge sind verboten. Beim Empfang gibt es noch einen Cocktail bei Tageslicht. Dann führt ein Kellner mit Nachtsichtgerät die Gäste durch einen Gang in die Finsternis.
Von da an beginnt ein stetes Tasten und Erahnen von Dimensionen, ein kulinarisches Rätselraten. Welche Farbe hat die Serviette? Wie groß ist der Tisch? Liegt noch etwas auf dem Teller? Auf strenge Tischsitten achtet in der Dunkelheit niemand mehr, mit den Fingern wird alles erkundet.
Der Gaumen wird zum wichtigsten Organ. Nur "literarisch umschrieben" sind die Gerichte. So wird "Vittores leuchtendes Rot inspirierte einst Cruiseppe zu diesem Klassiker" zu einem feinen Rindscarpaccio mit Ruccola und Parmesan.
Naja - ich weiß nicht. Eigentlich steh ich ja jeglichem Essensversuch sehr offen gegenüber, aber sehen möchte ich schon, was ich esse. Bin neugierig ob dies Art des Essens großen Anklang findet. Seht euch unbedingt 'mal die Speisekarte auf der Seite an. Unglaublich diese Beschreibungen.
(Quelle)
Schmecken und Riechen
"Man merkt, dass man viel mehr Sinne hat, als das Sehen. Das Essen im Dunkeln ist eine Symbiose aus Schmecken, Riechen, Tasten und Hören", schildert Mautner's Geschäftsführerin Josefine Gansbauer das ungewöhnliche kulinarische Erlebnis.
Das "Nachtmahl" wird in einer alten Lagerhalle in Wien-Simmering serviert. Es gibt keine Fenster, kein Restlicht. Handys, Uhren mit Leuchtziffern und Feuerzeuge sind verboten. Beim Empfang gibt es noch einen Cocktail bei Tageslicht. Dann führt ein Kellner mit Nachtsichtgerät die Gäste durch einen Gang in die Finsternis.
Von da an beginnt ein stetes Tasten und Erahnen von Dimensionen, ein kulinarisches Rätselraten. Welche Farbe hat die Serviette? Wie groß ist der Tisch? Liegt noch etwas auf dem Teller? Auf strenge Tischsitten achtet in der Dunkelheit niemand mehr, mit den Fingern wird alles erkundet.
Der Gaumen wird zum wichtigsten Organ. Nur "literarisch umschrieben" sind die Gerichte. So wird "Vittores leuchtendes Rot inspirierte einst Cruiseppe zu diesem Klassiker" zu einem feinen Rindscarpaccio mit Ruccola und Parmesan.
Naja - ich weiß nicht. Eigentlich steh ich ja jeglichem Essensversuch sehr offen gegenüber, aber sehen möchte ich schon, was ich esse. Bin neugierig ob dies Art des Essens großen Anklang findet. Seht euch unbedingt 'mal die Speisekarte auf der Seite an. Unglaublich diese Beschreibungen.
(Quelle)
knutschflower - 2004-05-03 14:48
Gaumen[un]freuden13 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
diza - 2004-05-03 15:02
Ihr Kellner ist immer in Rufweite. Sollten Sie eine Pause für eine Zigarette, der Toilette oder einfach nur so benötigen, so führt er Sie gerne in das helle Foyer.
.
hihi.
.
hihi.
knutschflower - 2004-05-03 15:15
Da musste
ich auch schmunzeln. Ich glaub ich tät mal seine Nerven strapazieren u. den dauernd bitten mich auf's Klo zu führen ;o)
diza - 2004-05-03 15:28
Herr, obER! Ich muss auf Klo! Dallidalli.
knutschflower - 2004-05-03 15:29
Würd
gern wissen ob die dich an den Händen nehmen um dich zu führen od. nur am Arm. Wenn ersteres, dann möcht ich gern wissen ob sie sich die Hände danach waschen. Weil ich möcht nun NICHT wissen, wieviele dieser Leute sich nach dem Klo nicht die Hände waschen u. sich so die Bakterien weiter verbreiten ....
brigitte - 2004-05-03 15:04
blinde kuh
in zürich gibt es schon seit einigen jahren die blinde kuh. soviel ich weiss, ist das restaurant seit beginn auf jahre wochen hinaus ausgebucht und wird wohl gern für blind-dates benutzt ;-).
ps: die blinde kuh wird von blinden geführt.
ps: die blinde kuh wird von blinden geführt.
knutschflower - 2004-05-03 15:22
Wow,
die Seite ist wirklich interessant. Bes. die Rubrik "im dunkeln" ist witzig.
Na bin neugierig wie sich das in Wien entwickelt. Du warst ja wohl noch nicht dort, oder?
Na bin neugierig wie sich das in Wien entwickelt. Du warst ja wohl noch nicht dort, oder?
brigitte - 2004-05-03 16:17
nein
es wäre sicher interessant, die langen wartezeiten haben mich aber bisher davon abgehalten.
boomerang - 2004-05-03 16:30
es gab ...
... letztes jahr (ist es schon 2 jahre her?) an der freyung (in wien) eine ausstellung über das leben als sehbehinderter.
das war mehr als interessant.
man wurde von blinden menschen durch einen park, über eine straße, in eine kleine verwinkelte greißßlerei geführt und schlussendlich in eine bar.
natürlich in absoluter dunkelheit.
unser führer beschrieb uns die räume so, dass jeder genau wußte, wo was und wie der raum beschaffen ist.
faszinierend.
man braucht schon ein weilchen, bis man sich an die abolute dunkelheit gewöhnt.
und man ist ein wenig hilflos.
vorerst.
dann merkt man, dass man auch mit hören, riechen (!) und fühlen, ganz schön viel an verwetbaren sinneseindrücken bekommt.
ich hab´ höchsten respekt vor jedem, der nicht sehen kann.
mich damit zu belustigen, hmmm, da weiß ich nicht.
das war mehr als interessant.
man wurde von blinden menschen durch einen park, über eine straße, in eine kleine verwinkelte greißßlerei geführt und schlussendlich in eine bar.
natürlich in absoluter dunkelheit.
unser führer beschrieb uns die räume so, dass jeder genau wußte, wo was und wie der raum beschaffen ist.
faszinierend.
man braucht schon ein weilchen, bis man sich an die abolute dunkelheit gewöhnt.
und man ist ein wenig hilflos.
vorerst.
dann merkt man, dass man auch mit hören, riechen (!) und fühlen, ganz schön viel an verwetbaren sinneseindrücken bekommt.
ich hab´ höchsten respekt vor jedem, der nicht sehen kann.
mich damit zu belustigen, hmmm, da weiß ich nicht.
knutschflower - 2004-05-03 16:41
Glaubst du,
dass dieses Lokal zur Belustigung der Sehbehinderten gelten soll? Ich denke nicht. Glaub eher, dass sie einem verdeutlichen wollen, wie es ist auf diesen tollen Sinn verzichten zu müssen, andere Sinne statt dessen verschärft zu nutzen. Genau wie sie das damals mit euch gemacht haben - wie du das oben beschreibst.
Denke das Wort "Hilflosigkeit" beschreibt es ganz gut. Man fühlt sich irgendwie ausgeliefert und unsicher.
Generell hab ich vor jedem Menschen Hochachtung, der mit irgendeiner Art von Behinderung sein Leben meistert.
Denke das Wort "Hilflosigkeit" beschreibt es ganz gut. Man fühlt sich irgendwie ausgeliefert und unsicher.
Generell hab ich vor jedem Menschen Hochachtung, der mit irgendeiner Art von Behinderung sein Leben meistert.
boomerang - 2004-05-03 16:46
sorry, ...
... mit belustigung hab ich wohl ein wenig übertrieben.
ich fands nur komisch, dass die kellner mit einem nachtsichgerät unterwegs sind.
damals, an der freyung, wurden wir von sehbehinderten bekellnert.
die waren mit dem wechselgeld (damals war der euro erst kurz im umlauf) flinker als so manch sehender kellner.
eine erfahrung, dieman unbedingt mal machen sollte.
ich fands nur komisch, dass die kellner mit einem nachtsichgerät unterwegs sind.
damals, an der freyung, wurden wir von sehbehinderten bekellnert.
die waren mit dem wechselgeld (damals war der euro erst kurz im umlauf) flinker als so manch sehender kellner.
eine erfahrung, dieman unbedingt mal machen sollte.
knutschflower - 2004-05-03 16:54
Brigitte schreibt
oben, dass es in der Schweiz ein ähnliches Restaurante gibt, das von Blinden geleitet wird. Alle Achtung.
Leider ist es nun 'mal so, dass Sinne & Muskeln & Gehirnzellen, die nicht regelmäßig u. häufig beansprucht werden, verkümmern.
Leider ist es nun 'mal so, dass Sinne & Muskeln & Gehirnzellen, die nicht regelmäßig u. häufig beansprucht werden, verkümmern.
cheridwen - 2004-05-03 20:39
@ boomerang
Hab' von einer Freundin gehört, dass diese Ausstellung super gewesen sein soll. Ich hab's leider verpasst.
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